Arterielle Gefäßerkrankungen

Die derzeitige demographische Entwicklung, die den Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung weiter anwachsen lässt, trägt neben der steigenden Lebenserwartung zu einer Zunahme der Gefäßerkrankungen bei. Ob Durchblutungsstörungen der Bein-, Becken- oder Halsschlagadern, Aussackungen der Bauchschlagader oder Krampfadern an den Beinen: Gefäßerkrankungen sind nicht nur belastend für die Patienten, sondern auch gefährlich. Deshalb haben wir in unseren Zentren für Venen und periphere Arterien in Simmerath und Aachen unsere Kompetenzen um die Gefäßchirurgie erweitert. Chefarzt Dr. med. Rudolf Müller kann auf über 15 Jahre Erfahrung in der Gefäßchirurgie zurückgreifen.

Wir bieten eine vollumfängliche Diagnostik der arteriellen Gefäße. Unser Behandlungsschwerpunkt liegt im Bereich der Versorgung arterieller Erkrankungen der Beingefäße.

 

Diagnostik

Wir bieten das gesamte Diagnostikspektrum des venösen und arteriellen Gefäßsystems, dazu zählen
insbesondere:

  • Früherkennung  von Gefäßkrankheiten (Screeninguntersuchungen) insbesondere der Halsschlagadern (Schlaganfall) und der Bauchschlagadern (Aneurysma)
  • Diagnostik von bestehenden Gefäßerkrankungen mit allen üblichen körperlichen Untersuchungsverfahren
  • Doppler-Duplexsonographische Untersuchungen des venösen und arteriellen Gefäßsystems
Therapie

Neben den venösen Therapieoptionen bieten wir gefäßchirurgisch bzw. interdisziplinär folgende Behandlungen:

  • Venenerhaltende Klappenoperationen (Extraluminale Valvuloplastien zum Erhalt der Vena saphena Magna (Stammvenen) als Bypassmaterial)
  • Operation venöser und arterieller Aneurysmen (Gefäßerweiterungen)
  • Minimal invasive Therapieverfahren: Stents/ Ballonkatheter bei arteriellen und venösen Durchblutungsstörungen
  • Rekonstruktive Chirurgie der peripheren Gefäße mit Ausschälungsoperationen und Bypassanlagen
  • Shuntchirurgie (zur Gewährleistung eines funktionsfähigen Gefäßzugangs)
  • Interdisziplinäre Behandlung des Beingeschwürs (Ulcus cruris)
  • Ganzheitliche Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms
Behandlung offener Beine (Ulcus cruris)
In Deutschland leidet ca. 1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an chronischen Unterschenkelwunden. Diese sind in 70 Prozent der Fälle durch einen Venenerkrankung, in zehn Prozent durch eine arterielle Verschlusskrankheit ("Schaufensterkrankheit") und in weiteren zehn Prozent durch kombinierte venös-arterielle Durchblutungsstörungen bedingt. Die restlichen Fälle werden v.a. durch Hauterkrankungen, z.B. Gefäßentzündungen (Vaskulitits) verursacht.

Für die Wahl der geeigneten Therapie ist es unbedingt erforderlich, die genaue Ursache des Ulcus cruris zu kennen. Daher kommen im Rahmen der Erstuntersuchung neben dem Erfragen der Krankengeschichte (Anamnese) und der eingehenden Untersuchung der betroffenen Hautstellen entsprechende Untersuchungsverfahren (Dopplersonographie, Duplexsonographie, Messung der arteriellen Verschlussdrücke, ggf. spezielle Blutuntersuchungen und Gewebeproben) zum Einsatz.

Meist ist eine kombinierte Therapie aus Operation und konservativer Behandlung notwendig. Im Vordergrund steht immer die möglichst kausale Therapie. Bei einer Venenerkrankung als Ursache ist eine Kompressionstherapie wichtiger Bestandteil der Behandlung. Bei Vorliegen einer Stammvarikosis sollte die Krampfaderoperation angestrebt werden. Über das genaue Vorgehen muss der Venenspezialist individuell und gemeinsam mit dem betroffenen Patienten entscheiden.

Neben der klassischen Therapie mit feuchter Wundbehandlung besteht die Möglichkeit, chronische Unterschenkelgeschwüre plastisch zu verschließen. Hierzu versuchen wir, etwa durch Vakuumversiegelung des offenen Beines einen möglichst optimalen Wundgrund herbeizuführen. Im Anschluss wird eine Spalthauttransplantation vom Oberschenkel auf die chronische Wunde vorgenommen, um diese dauerhaft zu verschließen. Diese beiden operativen Schritte können auch mit der sogenannten Shave-Therapie nach Schmeller, die wir regelmäßig durchführen, kombiniert werden. Die Erfolgsquoten dieses Vorgehens sind gut. Der Heilungsverlauf ist schnell und die Patientenzufriedenheit hoch.